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Marie Juchacz (1879-1956)
Sozialreformerin
Frauenrechtlerin
Gründerin der AWO
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AWO: Sozialwirtschaft braucht faire Löhne

Präsidentin des AWO Bezirksverbandes Hannover e.V. in ihrem Amt bestätigt – erste digitale Bezirkskonferenz

„Sozialwirtschaft braucht faire Löhne – Klatschen reicht nicht!“ betonte Yasmin Fahimi auf der ersten digitalen Bezirkskonferenz des AWO Bezirksverbandes Hannover, „umso unverständlicher, ja geradezu ignorant ist daher das Verhalten von Caritas und Diakonie.“ Nach jahrelangem Verhandeln und Abwägen seien diese aus dem gemeinsamen Prozess der Verhandlung für einen bundesweiten Tarifvertrag Pflege ausgestiegen. Sie hätten damit faktisch verhindert, dass es einen allgemeingültigen Tarifvertrag gibt. Mit dieser Entscheidung würden sie einen ruinösen Wettbewerb um Löhne in der Branche zulassen, die einige private Anbieter betreiben.

 

Die Konferenz begann mit einer Resolution „AWO gegen Rassismus – AWO für Vielfalt“. „Rassismus und Rechtsextremismus widersprechen den Grundwerten der Arbeiterwohlfahrt. Mit der Resolution erteilen wir allen rassistischen und menschenfeindlichen Äußerungen und Positionen eine eindeutige Absage und fordern alle relevanten Akteure unserer Gesellschaft auf, sich gegen Rassismus und Diskriminierung zu wenden und für eine inklusive Gesellschaft einzutreten, die keinen Menschen ausgrenzt.“ so Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Präsidiums.

 

„Seit mehr als 100 Jahren ist die AWO Motor für gesellschaftliche Veränderung. Aus dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist ein starker Wohlfahrtsverband geworden, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Ungleichheit zu Überwinden. Vorgefundene Verhältnisse dürfen nicht akzeptiert werden, sondern müssen grundlegend zum Besseren verändert werden“, betonte Yasmin Fahimi den politischen Anspruch der AWO.

 

Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Beginn des ersten Lockdowns durch die Corona-Pandemie waren die fast 100 Delegierten des AWO Bezirksverbandes Hannover e. V. zur ersten Bezirkskonferenz in digitaler Form zusammengekommen. Via Livestream, Videokonferenz und einem Abstimmungsportal wurden zahlreiche sozialpolitische Anträge beraten und beschlossen.

 

Die Neuwahlen des Präsidiums hatten zuvor per Briefwahl stattgefunden. Die unter notarieller Aufsicht ausgezählten Wahlergebnisse wurden auf der Konferenz bekanntgegeben. Die Bundestagsabgeordnete Yasmin Fahimi wurde von den Delegierten mit 90 % erneut zur Vorsitzenden des Präsidiums gewählt. „Ich bedanke mich ganz herzlich für das Vertrauen und freue mich auf die nächsten vier Jahre in diesem wichtigen Gremium“, sagte Fahimi nach der Wahl.

 

Zu ihren Stellvertretern wurden Matthias Bludau, Klaus-Peter-Dehde und Angelika Tumuschat-Bruhn gewählt. Das Präsidium wird durch die Beisitzer Ines Albrecht-Engel, Jan-Philipp Beck, Achmed Date, Dagmar Freudenberg, Fritz-Heiner Hepke, Rolf Hojnatzki, Horst Knoke, Jonathan Kolschen, Dr. Silke Lesemann, Arnold Renken und Birgitt Sörnsen vervollständigt.

 

„Wir sind nicht nur ein starker Mitgliederverband mit 14.000 Mitgliedern und wichtiger politischer Interessenvertreter, sondern als Unternehmensverbund wirtschaftlich tätig – gemeinwohlorientiert und wertegebunden. Dabei leiten uns die Eckpfeiler Daseinsvorsorge und Subsidiarität“, sagte Marco Brunotte, Vorsitzender des Vorstands des AWO Bezirksverbandes Hannover e. V., in seinem Bericht. „Mit fast 2.500 Mitarbeitern erbringen wir täglich wichtige soziale Dienstleistungen und haben einen Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen Euro.“ Der Verband befinde sich auf einem stabilen Wachstumskurs und investiere in die Zukunft. Mit drei Bauprojekten in Hannover-Vahrenwald, Bröckel (Landkreis Celle) und Marklohe (Landkreis Nienburg) werden aktuell quartiersoffene Pflege- und Gesundheitszentren, mit stationären Pflegeplätzen, Betreutem Wohnen und Tagespflegen errichtet. Für diese drei Bauten werden mehr als 60 Millionen Euro investiert.

 

Im Bereich Kindestagesstätten konnte der AWO Bezirksverband Hannover e. V. die angebotenen Plätze in den letzten fünf Jahren um 1.500 auf insgesamt 5.500 steigern. Marco Brunotte übte allerdings Kritik an dem vorgelegten Entwurf der Niedersächsischen Landesregierung für ein neues Kita-Gesetz: „Wir brauchen dringend die Einführung der dritten Kraft in den Kindergartengruppen.  Qualität muss in den Vordergrund gestellt werden, die Erhöhung der Freistellungszeiten für Kita-Leitungen und der Verfügungszeiten für pädagogische Fachkräfte sowie der Rechtsanspruch auf einen Integrationsplatz müssen im Gesetz verankert werden.“ Diese Forderung unterstützten auch die Delegierten der virtuellen Bezirkskonferenz und beschlossen einen Antrag zur Verbesserung der Qualität in den Kitas.

 

 

Fotos:

 

1)      Yasmin Fahimi, MdB – Vorsitzende des Präsidiums

3)      Zoom neues Präsidium

2)      Yasmin Fahimi und Marco Brunotte, Vorstandsvorsitzender