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Marie Juchacz (1879-1956)
Sozialreformerin
Frauenrechtlerin
Gründerin der AWO
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Resolution für sozialen Zusammenhalt: AWO fordert Bekenntnis zu Sozialstaat

Hannover, den 5. Mai 2026. Das Präsidium der Arbeiterwohlfahrt fordert in einer Resolution ein Bekenntnis der Politik zu Subsidiaritätsprinzip und Tarifbindung in der sozialen Arbeit. Notwendige Reformen dürften nicht weiter allein auf Kosten des Sozialen gehen, stattdessen sollten hohe Einkommen und Vermögen stärker in die Finanzierung des Gemeinwesens einbezogen werden.

Angelika Tumuschat-Bruhn, Mitglied des Bundespräsidiums und Präsidentin des AWO Bezirksverbands Hannover e.V.: „Wir brauchen ein Umdenken in der Politik. Der Anspruch muss sein, wieder wirklich zu gestalten und nicht nur zu kürzen. Die Folgen der aktuellen, einseitigen Sparpolitik sind immens und schon längst in unseren Einrichtungen angekommen. Viele Familien kommen am Ende des Monats kaum mehr über die Runden und auch viele unserer Dienste kämpfen ums Überleben.“

Die AWO fordert vor allem eine Zusage an Subsidiaritätsprinzip und Tarifbindung in sozialen Berufen, um den Sozialstaat langfristig zu stabilisieren.

Marco Brunotte, Vorsitzender des Vorstands AWO Bezirksverband Hannover e.V.: „Als AWO stehen wir an der Seite der Menschen und setzen uns für einen starken, fortschrittlichen Sozialstaat ein. Die aktuelle Sparpolitik stellt den Fortbestand und die Weiterentwicklung vielfältiger sozialer Dienstleistungen für die Menschen in diesem Land in Frage. Stattdessen müssen wir politische Handlungsspielräume schaffen, in dem wir Vermögen und hohe Einkommen stärker in die Verantwortung nehmen.“

 

Die Resolution „Zukunft für sozialen Zusammenhalt – Zwischenruf zur Debatte um den Sozialstaat“ wurde vom AWO-Präsidium einstimmig verabschiedet. Darin heißt es unter anderem: „Mit Blick auf die aktuell diskutierten Einschnitte plädieren wir für ein konsequentes Umdenken. Politik darf nicht nur die Kosten von sozialen Angeboten und Leistungen betrachten. Der Sozialstaat ermöglicht ein menschenwürdiges Leben für benachteiligte Gemeinschaften und er vermeidet langfristig, über Wahlperioden hinweg, auch Kosten, weil er Menschen befähigt, an der Gesellschaft und am Arbeitsmarkt teilzuhaben. (…) Vertrauen entsteht dort, wo Politik für Menschen gemacht wird – nicht an ihnen vorbei.“

 

Zum Volltext der Resolution mit allen Forderungen (PDF)