Erfurt/ Hannover. Die AWO Bundeskonferenz hat an drei Tagen im Steigerwaldstadion in Erfurt über die Zukunft der Arbeiterwohlfahrt beraten. Neben der Diskussion und Beschlussfassung über die Positionierung des Verbandes zu sozialpolitischen Grundsatzfragen wurde auch das neue Präsidium des AWO Bundesverbandes gewählt.
Aus dem Bezirksverband Hannover kandidierte Angelika Tumuschat-Bruhn aus Seevetal erfolgreich als Beisitzerin. In den nächsten vier Jahren vertritt sie erstmals die Interessen von fast 12.500 Mitgliedern der AWO im Bezirk Hannover auf Bundesebene. Die Vorsitzende des AWO Bezirksverbandes Hannover e.V., der mit 17 Delegierten an der Konferenz teilnahm, wird an höchster Stelle über die Zukunft des Mitgliederverbandes und die sozialpolitische Ausrichtung mitentscheiden.
Marco Brunotte, Vorsitzender des Vorstandes des AWO-Bezirksverbandes Hannover, betonte die Bedeutung der Wahl: "Mit der Wahl von Angelika Tumuschat-Bruhn ist der Bezirksverband Hannover wieder kraftvoll im Bundespräsidium vertreten. Ihr Engagement und ihre Expertise werden die Arbeit des Gremiums sehr bereichern."
Im Zentrum der Konferenz standen das Bekenntnis zu einem starken, solidarischen Sozialstaat und der Kampf für die Überwindung von Armut. So fordert die AWO den sofortigen Stopp des von Bundeskanzler Friedrich Merz angekündigten Rückbaus sozialer Sicherheit. Die AWO stellt sich entschieden gegen Verschärfungen beim Bürgergeld und mahnt die dramatische Entwicklung bei der wachsenden finanziellen Belastung pflegebedürftiger Menschen an.
Der AWO Bezirksverband Hannover e.V. setzte mit insgesamt 16 eingereichten Anträgen wichtige inhaltliche Akzente. Ein besonderer Schwerpunkt lag hierbei auf dem Einsatz für Frauen und Geschlechtergerechtigkeit. Das Schließen von Versorgungslücken bei Schwangerschaftsabbrüchen, die Behebung mangelhafter medizinischer Versorgung für Schwangere, die Einhaltung der in der Istanbul-Konvention beschlossenen Verpflichtungen zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, die gerechte Verteilung von Care-Arbeit – all dies sind Forderungen die zeigen, dass auf diesem Themengebiet noch viel zu tun ist. Weitere Themen betreffen die verlässliche Finanzierung von quartiersnaher Sozialberatung, die Entlastung pflegender Angehöriger und die stärkere Fokussierung auf die Weiterentwicklung von Konzepten zur gesellschaftlichen Integration von Migranten.
