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Marie Juchacz (1879-1956)
Sozialreformerin
Frauenrechtlerin
Gründerin der AWO
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Schuldnerberatungsstellen statt Crypto Bros: AWO fordert verlässliche Finanzbildung durch Schuldnerberatungsstellen

Anlässlich der Aktionswoche Schuldnerberatung vom 02. bis zum 06. Juni 2025 fordert die AWO die Politik dazu auf, mehr in die Finanzbildung zu investieren. Schuldnerberatungsstellen müssten dazu befähigt werden, ihre präventiven Beratungsangebote auszubauen, um Menschen vor unseriösen Finanztipps, Anlagebetrug und anderen alltäglichen Fallstricken schützen zu können.

 

 „Die Finanzwelt wird zunehmend komplexer. Gleichzeitig verbreiten sich insbesondere in den sozialen Medien zweifelhafte Finanz- und Anlagetipps mit enormer Geschwindigkeit und großen Reichweiten. Wenn dubiose Informationen von Plattformen wie TikTok, Instagram und Facebook auf Menschen treffen, die keinerlei Finanzbildung erfahren haben und seriöse nicht von windigen Informationen unterscheiden können, kann das Menschen in die Überschuldung führen und langfristig ihr Leben beeinträchtigen“, warnt Marco Brunotte, Vorsitzender des Vorstands des AWO Bezirksverbands Hannover e.V. „Finanzbildung durch Schuldnerberatungsstellen kann Menschen vor unseriösen Internetphänomenen wie den Crypto Bros bewahren, das gilt besonders für junge Menschen“, erläutert Brunotte weiter.

 

 „In Deutschland sind seit Jahren etwa 10 Prozent aller Menschen dauerhaft überschuldet und etwa 40 Prozent aller Menschen geben an, dass ihr Geld am Monatsende immer mal wieder nicht reicht“, weiß Thomas Bode, Referent für Schuldnerberatung des AWO Bezirksverbands Hannover e.V. „Für diese Menschen wäre es wichtig, über Themen wie Insolvenzverfahren, Vergleichsverhandlungen, Pfändungsschutzkonten, Zwangsmaßnahmen und Haushaltsplanung aufgeklärt zu werden. Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass gute Finanzbildung Überschuldung vorbeugen und eine erneute Überschuldung verhindern kann.“

 

Aus Sicht der AWO könne man auf den bestehenden Strukturen aufsetzen, um niedrigschwellige Finanzbildung zu ermöglichen. „Als unabhängige Anlaufstellen, die bereits nah an den Menschen dran sind, sind unsere Schuldnerberatungsstellen bestens geeignet um Schuldenprävention und die Vermittlung finanzieller Kompetenzen zu leisten. Hierzu bedarf es jedoch zusätzlicher finanzieller Mittel“, so Marco Brunotte. Die Schuldnerberatungsstellen könnten stärker als Lernorte fungieren, Gruppenangebote vor Ort anbieten und ihre bestehenden Netzwerke und Partnerschaften in den Quartieren nutzen. Zudem ist die Bereitstellung von Informationsmaterialien sowie Kooperationen mit Schulen und anderen Bildungseinrichtungen, um sowohl die Schülerschaft als auch das Lehrpersonal aufzuklären und zu sensibilisieren, denkbar. 

 

 Die jährliche Aktionswoche Schuldnerberatung ist eine Initiative der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV). 2025 findet sie bundesweit unter dem Motto „Beste Investition Finanzbildung – Wenn aus Minus Plus wird“ statt.

Die Pressemitteilung zur Aktionswoche Schuldnerberatung 2025 als PDF.