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"Nicht billige Polemik sondern Mindestlöhne sichern die selbständige Existenz und das Lohnabstandsgebot" |
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AWO fordert dringend Kindergrundsicherung!
Hannover. "Statt täglich neuer Attacken auf den Sozialstaat müssen wir endlich ernsthaft diskutieren, wie wir die rapide steigende Armut und soziale Ausgrenzung bekämpfen und eine menschenwürdige Existenzgrundlage insbesondere für die Kinder von Hartz -IV Familien organisieren", fordert der AWO Bezirksvorsitzende Axel Plaue. Tatsächlich lebten 2008 schon 14 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsschwelle, belegt die jüngste Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Das drastisch gestiegene Armutsrisiko betrifft insbesondere Kinder und junge Erwachsene. Von den 19 bis 25-Jährigen lebten knapp 25 Prozent in Armut, denn der Berufseinstieg erfolgt "bei vielen über prekäre Beschäftigungsverhältnisse oder schlecht bezahlte Praktika", heißt es in der DIW-Studie.
"Wenn so viele Löhne unter das Existenzminimum gedrückt werden, kann die Lösung des Problems nicht in noch niedrigeren Hartz -IV Regelsätzen liegen, sondern nur in gesetzlichen Mindestlöhnen und der Stärkung von Tariflöhnen, damit Lohndumping verhindert und gute Arbeit menschenwürdig entlohnt wird", erklärt Plaue.
Zudem hat das Bundesverfassungsgericht klar geurteilt, dass die Mindestsicherung für Arbeitslose falsch berechnet und die Regelsätze für Kinder jahrelang willkürlich abgeleitet wurden. Auch individuelle Notlagen wurden entgegen grundgesetzlicher Vorgaben jahrelang nicht berücksichtigt. "Statt das Existenzminimum weiter zur Disposition zu stellen, muss vielmehr endlich insbesondere der Bildungsbedarf von Kindern und Jugendlichen eingerechnet werden", unterstreicht Plaue. "Dazu brauchen Kinder und ihre Familien zweckgebundene Sachleistungen wie kostenlose Kitas, ein gutes Mittagessen in der Schule, zuzahlungsfreie Lernmittel und Gesundheitsförderung - aber sie brauchen auch mehr Geld, um an dem ganz normalen Leben ihrer Altersgenossen teilzunehmen und chancengleich in unsere Gesellschaft hineinzuwachsen."
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